Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Aus Anlaß: Lübeck, Nazis und Normalität in D

Seit 2006 wurde von diversen nationalsozialistischen Zusammenhängen in Lübeck ein deutsches Opfergedenken zu inszenieren versucht. Dagegen hat sich ein ausbaufähig-widerständiger Diskurs auf mehreren Ebenen herausgebildet, der gesellschaftlich kontrovers beurteilt wurde und wird. Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise die Berichterstattung im Offenen Kanal Lübeck zu 50% einer aus Polizeibeamten bestehenden „Radiogruppe“ überlassen, die aufgrund der kritischen Berichterstattung der Vorjahre durch Zeckenfunk und Freie Senderinitiative Schleswig-Holstein nun den Tagesablauf „aus Sicht der eingesetzten Beamt_innen“ schilderte.
In diesem Jahr wurde nun erstmalig seit 2006 der jährliche „Trauermarsch“ von den Nazis abgemeldet. Die in dem Bündnis „Wir können sie stoppen“ vertretenen zivilgesellschaftlichen Gruppen werden am 30.03., dem ursprünglichen Anmeldedatum der Nazis, ein Gedenken für die Opfer politischer Verfolgung des NS abhalten, welches auch ein Antidot zu den gesellschaftlichen Bestrebungen darstellen soll, durch die Fokussierung auf die Opfer aliierter Bombardierungen geschichtsrelativierend zu intervenieren.
In dieser Sendung soll neben der Kritik des deutschen Opferdiskurses die Entwicklung über die Jahre bilanziert werden. Aktuell einbezogen bleibt der heutige Tag in Lübeck, Nazistrukturen vor Ort und die Übernahme der öffentlichen Berichterstattung durch die Polizei.

Die von Zeckenfunk in Kooperation mit der Freien Senderinitiative Schleswig-Holstein gestaltete Sendung wird von 13.00 bis 16.00 Uhr auf der Frequenz UKW 98,8 gesendet.

Nazidemo und Gegenproteste am 02.06.2012 in Hamburg – Versuch einer Bilanz

Am 2. Juni 2012 versuchte die norddeutsche Naziszene unter dem Titel „Tag der Deutschen Zukunft“ (TDDZ) einen rassistischen und völkisch-nationalistischen Großaufmarsch in Hamburg durchzuführen. Während der geplante Aufmarsch aufgrund massiver Gegenproteste keinen Meter auf der ursprünglich angemeldeten Route zu gehen vermochte und auch die seitens der Polizei angebotene Ersatzroute aufgrund von Blockaden für die Nazis nicht passierbar war, zeigte sich die eingesetzte Polizei überaus eskalativ. Weiterhin gelang es dem bürgerlichen Spektrum, durch eine Kundgebung mit Kulturprogramm auf dem Rathausmarkt (fernab des Geschehens), medial eine Trennung derjenigen zu vermitteln, die an diesem Tag gegen die Nazis auf die Straße gegangen sind. Das Resümee des Tages muss zwiespältig ausfallen und lässt auch für den Naziaufmarsch 2013 in Lübeck Übles ahnen. (mehr…)

Stellungnahme zu der Berichterstattung im Offenen Kanal Lübeck anlässlich der Nazidemo am 31.03.2012

Anlässlich der alljährlichen Demonstration von Neonazis in Lübeck planten – wie bereits in den Vorjahren – Redakteur_innen des Zeckenfunks in Zusammenarbeit mit der Freien Radioinitiative Schleswig-Holstein eine unabhängige Berichterstattung im Offenen Kanal Lübeck. Von der Leitung des OK wurden die Anmelder_innen aufgrund von Interessenskonflikten zu einem Vorgespräch mit dem Leiter des OK Schleswig-Holstein, Peter Willers, gebeten, an dem überraschend der Polizeichef von Ratzeburg sowie der Leiter der Polizeidienststelle Neumünster-Einfeld beteiligt waren, die an diesem Tag vorgeblich als Privatpersonen zu senden beabsichtigten. Zum Sendekonzept wurde während des Gesprächs erläutert, es sollten „Kolleginnen und Kollegen im Einsatz zu Wort kommen“, die Einsatzleitung der Polizei solle interviewt werden, außerdem sei vorgesehen, „Angehörige von im Einsatz befindlichen Polizisten“ live im Radio zu befragen. Nachfolgende Recherchen ergaben, dass die Sendekonzeption bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) erarbeitet wurde, die sich in Zusammenhang mit dem Naziaufmarsch wiederholt politisch im Sinne einer Kriminalisierung von Aktionen des zivilen Ungehorsams positioniert hatte. (mehr…)

MI, 18.04.2012,
Mobiveranstaltung zur Anti-Nazidemo am 1. Mai 2012 in Neumünster

Mobiveranstaltung mit aktuellen Infos zu Neumünster am Mittwoch, den 18.04.2012
19.00 Uhr, Café Brazil, Willy-Brandt-Allee 9, 23554 Lübeck

Solidarität und Emanzipation statt nationalistischer Barbarei!

Na­zi­auf­marsch am 1. Mai in Neu­müns­ter blo­ckie­ren – an­grei­fen – ver­hin­dern!

Am 1. Mai 2012, dem in­ter­na­tio­na­len Kampf­tag der Ar­bei­ter_in­nen­be­we­gung, will die neo­na­zis­ti­sche NPD in Neu­müns­ter auf­mar­schie­ren. Dies soll der Hö­hen­punkt ihres Wahl­kamp­fes zur Land­tags­wahl in Schles­wig-​Hol­stein wer­den. Die Wahl des Auf­mar­schor­tes hat Neu­müns­ter ge­trof­fen, weil in der Stadt eine lange Kon­ti­nui­tät neo­na­zis­ti­scher Struk­tu­ren be­steht. Seit über 15 Jah­ren exis­tiert hier der Na­zi­treff­punkt ‚Club­88′ („88“ = „Heil Hit­ler“). Auch dar­über hin­aus hat eine rech­te All­tags­kul­tur weit­rei­chen­de Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten in der Stadt, wie z.B. die Knei­pe ‚Ti­ta­nic‘.

Diese Zu­stän­de wer­den von der lo­ka­len Öf­fent­lich­keit seit jeher wei­test­ge­hend igno­riert, ge­dul­det oder ak­zep­tiert. Zi­vil­ge­sell­schaft­li­ches En­ga­ge­ment gegen Neo­na­zis blieb immer mar­gi­na­li­siert, wäh­rend al­ter­na­ti­ve Räume, wie die ‚Ak­ti­on Ju­gend­zen­trum‘ (AJZ), sei­tens städ­ti­scher Be­hör­den re­gel­mä­ßig in­fra­ge ge­stellt wer­den.

Nach wie vor gilt: Jeder Ver­such von Neo­na­zis Auf­mär­sche zu or­ga­ni­sie­ren, Wahl­kämp­fe zu füh­ren und Pro­pa­gan­da zu be­trei­ben, bleibt einer zu viel. Blei­ben öf­fent­li­che Na­zi­auf­trit­te un­ge­stört, sind sie nicht nur Po­di­en für men­schen­ver­ach­ten­de Hetze, son­dern stär­ken als Er­folgs­er­leb­nis­se auch das Selbst­be­wusst­sein der Na­zi­sze­ne und schaf­fen die­ser neue Hand­lungs­spiel­räu­me. Deren Leid­tra­gen­de sind all jene, die nicht in ihr ras­sis­ti­sches, na­tio­na­lis­ti­sches und an­ti­se­mi­ti­sches Welt­bild pas­sen.

Wir rufen des­halb dazu auf, am 1. Mai nach Neu­müns­ter zu kom­men und den NPD-​Auf­marsch zu ver­hin­dern. Durch das so­li­da­ri­sche Zu­sam­men­spiel ver­schie­de­ner Ak­ti­ons­for­men wer­den wir im Schul­ter­schluss mit allen An­ti­fa­schis­t_in­nen alles daran set­zen, dass die Neo­na­zis auch die­sen Auf­tritt in schlech­ter Er­in­ne­rung be­hal­ten.

Or­ga­ni­siert Euch, be­rei­tet Euch vor und hal­tet Euch auf dem Lau­fen­den!
Auf nach Neu­müns­ter: 1. Mai – na­zi­frei!

30. April: Re­vo­lu­tio­nä­re Vor­a­bend­de­mo
17 Uhr | Waitz­str./Hol­ten­au­er­str. | Kiel

1. Mai: An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­tio­nen gegen den Na­zi­auf­marsch
all day | all areas | Neu­müns­ter

An­ti­fa­schis­ti­sche Grup­pen aus SH




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